Technikwürze

Wer suchet, der findet!

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Transkript der Folge

  1. David

    Hallo, herzlich willkommen zur Technikwirtse. Das ist ein kleiner Test und da muss ich erst mal gucken, ob das überhaupt hier richtig ist und du sagst-

  2. Peter

    Boing. Ja hallo, das wäre ja fast in die Hose gegangen mit dem Wasser hier direkt ins Mikro.

  3. David

    Das ist auch, das ist auch fast in die Hose gegangen, ja.

  4. Peter

    News.

  5. Nadja

    Opera neun erschienen. Opera neun ist erschienen und für die meisten User von Windows, macOS und Linux erhältlich. Bereits bei der Installation kann man zwischen über dreißig Sprachen wählen. Der Browser verfügt in seiner neuen Version über viele integrierte Spielereien. BitTorrent Downloader, Widgets, Sprachunterstützung, personalisierte Einstellungen für einzelne Webseiten oder ein Contentblocker sind nur einige der Neuerungen.

    Hinzu kommt eine verbesserte Standardkompatibilität, die alle momentan benutzten Standards wie CSS zwei eins, XHTML eins eins, DOM zwei und SVG eins eins Basic unterstützt. Des Weiteren wurden die eingesetzten Sicherheitstechnologien verbessert. Die neue Version ist somit schnell, sicher und eine echte Konkurrenz zur Mozilla Firefox. Mehr Informationen und Downloads erhaltet ihr auf der Opera-Website opera.com.

    @media 2006. Vom 15. bis zum 16. Juni fand in London die @media-Konferenz statt. Die @media wird als Europas führende Webdesign-Konferenz bezeichnet und hatte auch in diesem Jahr wieder viele Redner zu aktuellen Themen der Webentwicklung eingeladen. So wurde über JavaScript, Microformats oder mobiles Web gesprochen. In den nächsten Wochen werden viele der Präsentationen als Podcasts oder Folien auf der @media-Website verfügbar sein.

    Für die Zwischenzeit empfehlen sich die Berichte der Besucher der Konferenz. Einen Überblick findet ihr im Beitrag auf dem Technikwürze-Blog.

    Probelesen im Aufwärtstrend. Immer mehr Verlage erkennen die Wichtigkeit des Probelesens. Immer mehr Käufer erwerben Bücher in Internetshops. Ein kurzes Probelesen im Buchhandel ist so nicht möglich. Umso wichtiger werden Probekapitel, die vom Verlag online zum Download bereitgestellt werden. Ältere Auflagen sind teilweise komplett als kostenloser Download im HTML- oder PDF-Format erhältlich.

    Zwei Bücher von Galileo Computing erscheinen in diesen Tagen als aktualisierte Auflagen und wie gewohnt kann man sich das Inhaltsverzeichnis sowie ausgewählte Kapitel im Internet bereits vor dem Kauf durchlesen. Die beiden angesprochenen Bücher sind „Web Content Management mit PHP fünf und MySQL fünf" von Michael Schröer und „Typo drei vier null" von Kai Labrenz, Andrea Ertel, Thomas Wendt, Prakash Dusoye und Elmar Hinz.

    Die Probekapitel erhaltet ihr im PDF-Format auf den Webseiten des Galileo Computing Verlages.

  6. Peter

    Interview.

  7. David

    So, neben mir sitzt Peter Müller. Grüß dich.

  8. Peter

    'n Abend.

  9. David

    Peter, wir gucken heute ein bisschen Fußball. Was gucken wir denn?

  10. Peter

    Oranje gegen Argentinien, also Oranje gegen blau-weiß.

  11. David

    Ja, die Argentinier sollen ja ganz gut sein. Also eigentlich, ich, ich muss auch gleich sagen, ich hab von Fußball überhaupt gar keine Ahnung. Ich bin eher so der Formel-eins-Gucker. Ich muss doch gestehen, dass ich derzeit Fußball-WM viel interessanter finde als, die Formel eins, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die Deutschen eigentlich gar nicht so schlecht sind. Aber du fieberst heute für wen anders. Wer ist das?

  12. Peter

    Ich wohne in Groningen und bin heute natürlich für Oranje. Das heißt also, bin gespannt, ob sie gegen Argentinien das schaffen. Weil wenn sie's nicht schaffen, müssen sie gegen Portugal, soweit ich das heute Nachmittag mit, richtig mitgekriegt habe. Wenn sie's schaffen gegen Mexiko, da haben sie schon Übung. Da haben sie in der Vorbereitung zwei eins gewonnen.

  13. David

    Eigentlich wollte ich mit Melli ja ein bisschen Argentinien anfeuern, weil war so die, die, das sechste, das sechste Null fanden wir irgendwie interessant, aber ich glaube, wir kriegen uns nicht in die Haare, oder?

  14. Peter

    Nee, deswegen bestimmt nicht, du.

  15. David

    Peter, du hast letztens 'n Buch geschrieben und ich hab das auch schon in der Technikwirtse beschrieben: „Little Boxes – Webseiten gestalten mit CSS: Grundlagen". Was machst du eigentlich beruflich? Wie bist du zum Buchschreiben gekommen?

  16. Peter

    Puh, ich arbeite als Dozent. Das ist ganz witzig.

    Ich bin heute in der Straßenbahn hierher, fiel mir 'ne Szene ein aus meiner finsteren Schulzeit, wo meine Deutschlehrerin, ich stand in der Oberstufe immer so zwischen vier und fünf und meine Deutschlehrerin hatte dann auf'm Elterntag einfach nur gesagt, als mein Vater sagte, ob man da irgendwas unternehmen könnte, sagt sie nur: „Der Junge kann halt einfach nicht schreiben, da kann man nichts tun." Und ich hab heute kurz überlegt, ob ich ihr jetzt zwanzig, dreißig Jahre, wie lange ist es her, mal so 'n Buch schicke.

    Ich bin dazu gekommen: In den Neunzigern hab ich angefangen, als Dozent zu arbeiten, habe da Skripte geschrieben und die waren eigentlich sehr beliebt bei den Teilnehmern und habe dann Ende des letzten Jahrtausends auch das erste Buch geschrieben bei Data Becker damals. Das hat sich gleich so gut verkauft, dass ich das gar nicht richtig zu würdigen wusste. Meine Lektorin sagte damals immer: „Du hast keine Ahnung, wie gut das läuft." Und das war also gleich 'n richtig guter Einstieg.

    Da hat man dann, hab ich 'n Folgeband zu geschrieben, der war dann natürlich nicht so gut, wie das oft so ist mit 'm zweiten Teil und hab dann irgendwann auch so nach 'm vierten Buch war das dann auch ein bisschen leer geschrieben. So vier Bücher in drei Jahren oder so was, das ist doch, und dann nebenbei Vollzeit arbeiten, das geht an die Substanz auf Dauer.

  17. David

    Du bist in Hannover im Moment grade und, und machst hier auch Schulungen, ne? Das heißt, wie oft bist du in Hannover?

  18. Peter

    Joa, doch einmal im Monat im Schnitt bestimmt, weil ich bin fest angestellt als Dozent und unsere Firma hat hier die Zentrale. Ich arbeite sonst meistens in Oldenburg, in Teilzeit seit anderthalb Jahren, drei Tage die Woche, sodass ich jetzt seit anderthalb Jahren auch wieder 'n bisschen mehr Zeit habe nebenbei und das ist das erste Ergebnis davon, ist dann Little Boxes. Beziehungsweise die Chip-Artikel waren das Allererste. Und jetzt Little Boxes dazu.

  19. David

    Chip hat sich auch unglaublich gut ver-verkauft. Also das, das Heft war binnen kürzester Zeit wieder weg. Du hast letztens geschrieben, das ist wieder verfügbar.

  20. Peter

    Ja, die holen jetzt, soweit ich das mitgekriegt habe, die haben eine Auflage von vierzigtausend gehabt oder so was und holen jetzt die, die Exemplare aus dem Handel wieder zurück, sodass sie dann ihre eigenen Bestellungen abdecken können.

  21. David

    Ah ja.

  22. Peter

    Also ich hab mit keinem direkt gesprochen da, aber es ist, die scheinen da so meinen Literaturagent oder wie immer man das nennt, hatte gesagt, die sind sehr zufrieden damit.

  23. David

    Wie sieht's denn jetzt mit der Lieferzeit bei deinem Buch aus? Hat sich das 'n bisschen gebessert bei Amazon? Die hatten ja 'ne starke Verzögerung irgendwie, ne?

  24. Peter

    Ja, es ist ja Books on Demand. Also ich hab letztes Jahr im Herbst da gesessen, als sich rauskristallisierte, dass ich wieder 'n Buch schreiben will und hab gedacht: „Klappert das jetzt wieder Verlage ab oder nicht?" Und das waren letztendlich zwei Gründe, warum ich das nicht gemacht hab. Das ist das eine, dass man als Autor von so 'nem fünfzehn-Euro-Buch verdienst du im Schnitt so, ja so grob gerechnet sechzig Cent, je nachdem, was das-

  25. David

    Ist das nicht mehr? Ist das wirklich so wenig?

  26. Peter

    Ja, guck, der Verlag kriegt ungefähr die Hälfte, die andere Hälfte kriegt der Buchhandel. Und von dem, was der Verlag kriegt, kriegt der Autor so zwischen sieben und zehn Prozent, je nach Verlag. Das ist so normal.

  27. David

    Rest kriegt Frau Merkel.

  28. Peter

    Na, so, nee, wer ist denn das im Moment?

  29. David

    Nee, sie Prozent haben wir ja nur auf das Buch, ne?

  30. Peter

    Ja, und, das ist, also das ist nicht ganz viel. Das ist der eine Grund. Dafür gibt's natürlich höhere Stückzahlen, wenn 'n Verlag macht Werbung. Der zweite Grund, der für mich aber viel entscheidender war, ist letztendlich, dass ich, wenn ich das selber mache, die Rechte am Text behalte. Ich kann damit machen, was ich will.

  31. David

    Ah ja.

  32. Peter

    Wenn ich das beim Verlag mache, dann bist du im Endeffekt na so 'n bisschen, du lieferst da so 'n Produkt ab und die machen das daraus. Du bist also so 'n bisschen wie die Kuh, die liefert die Milch ab. Der Verlag ist die Meierei, die machen dann da Joghurt, Sahne von und kriegen dann natürlich auch den Mehrwert dafür, ne, so gesehen.

    Und wenn ich dann, also im Grunde genommen müsste ich in einigen Situationen, wenn ich dann im Unterricht meine eigenen Texte verwende, müsste ich genau genommen manchmal erst mal nachfragen, ob ich das überhaupt darf.

  33. David

    Ah ja.

  34. Peter

    Und das sind so Situationen. Genau, ich kann damit wirklich tun und lassen, was ich will. Ich kann das noch mal veröffentlichen, ich kann das verschenken, ich kann das kopieren, so oft ich will. Das ist einfach so zu fühlen.

  35. David

    Deine Texte behalten darfst, ne.

  36. Peter

    Absolut. Also ich hab das vorher auch gedurft und so, aber es ist einfach 'n anderes Gefühl.

  37. David

    Nein, also Lieferzeit ist jetzt in Ordnung, ist runtergegangen.

  38. Peter

    Es wird langsam. Das war eben Books on Demand. So sind wir da drauf gekommen. Das ist eben on demand heißt wirklich, wenn's bestellt wird, wird's gedruckt. Da wird also nicht 'ne bestimmte Auflage gemacht, weil Books on Demand ist 'ne superspannende Geschichte. Da schreibe ich bestimmt noch auf der Website mal was dazu. Weil du bist plötzlich nicht nur Autor, sondern auch noch Layouter und Lektor und Korrekturlesen und Umschlaggestaltung und weiß der Henker was, was da alles auf einen zukommt.

  39. David

    Wie lautet deine Webseitenadresse?

  40. Peter

    Little minus boxes Punkt de für das Buch.

  41. David

    Du hast noch eine private Seite, genau.

  42. Peter

    Das ist Infotecten, wie Architekten nur mit Info vorne dran. Die meisten Leute im Unterricht verstehen erst mal Infotheken, tippen sie erst mal ein, ne.

    Und, das ist, ja, das eine ist mehr privat, auch mit 'nem Blog dabei und das andere ist speziell fürs Buch. Ich wollte das Buch erst über die Infotecten-Site vermarkten. Das steht auch vorne drauf auf dem Cover. Hab dann aber in letzter Sekunde gedacht: „Och, little minus boxes war frei. Das klingt auch nicht schlecht." Und dann ist das auch so 'n bisschen im Look vom Buch da.

  43. David

    Wie ist denn die Resonanz auf das Buch ausgefallen? Also einerseits die Leser und andererseits die Kritiker.

  44. Peter

    Also beides positiv. Ne, das ist, also es ist jetzt seit Mitte Mai verfügbar, das heißt so gut vier Wochen und die ersten Rezensionen und die ersten Leserfeedbacks kommen rein. Ich hab's im Unterricht eingesetzt, das geht auch super gut und es ist also ja, positiver hätte ich's mir kaum wünschen können. Es ist also von Rezensionen, ja, du hast ja auch eine gemacht in der Technikwelt. Aber es ist, du warst auch nicht der Einzige.

    Arne Kriedemann hat jetzt in Open BC was gesagt und, ist auch gut angetan. Also es läuft, was das angeht, könnte es nicht besser sein.

  45. David

    Für die, die den Technikwelt-Podcast jetzt nicht gehört haben, worum geht's noch mal kurz in deinem Buch?

  46. Peter

    Nummer dreiundzwanzig.

  47. David

    Kurzzusammenfassung aus dem Inhalt. Also was vermittelst du?

  48. Peter

    Puh, es geht, ja, Webseiten gestalten mit CSS-Grundlagen. Das heißt, es geht los. Ich hab im, im Laufe der Jahre, ich unterrichte das seit zehn Jahren oder so was. Und immer wieder festgestellt, das Hauptproblem, was die Leute dabei haben, ist nicht die Syntax von irgendwas, sondern das Hauptproblem ist, dass die Leute erst mal das Web als Medium begreifen. Das ist auch das erste Kapitel hierin: Das Web ist nicht aus Papier.

    Das ist so kondensiert im Laufe der Jahre, das waren ursprünglich mal zwanzig Seiten oder so was. Das sind jetzt noch drei. Das heißt also, das kann man jetzt auch Leuten vorlegen wie Vorstandsmitgliedern oder sonstigen Entscheidern, die dann sich wieder Wünsche wünschen, die eigentlich überhaupt nicht umsetzbar sind.

  49. David

    Du schreibst da auch, also der Webdesigner hat nicht wirklich die Kontrolle über das, was später auf der Webseite zu sehen sind.

  50. Peter

    Ja, das-

  51. David

    Sondern wir sind natürlich abhängig vom User, wie der seinen Browser oder was auch immer einstellt.

  52. Peter

    Wir können natürlich viele Wünsche äußern und alles, aber letztendlich haben wir keine Kontrolle darüber, wie die Webseite beim Betrachter im Browser aussieht.

  53. David

    Nichtsdestotrotz schaffst du am Ende zusammen mit deinem Leser trotzdem 'ne Seite, die, die sieht gut aussieht. Und sie ist auch barrierearm.

  54. Peter

    Ja, genau.

  55. David

    Also entspricht den Standards natürlich.

  56. Peter

    Ja, und das, das sind aber so die ersten Erfahrungen, die ich im Unterricht immer gemacht habe, dass wenn die Leute das erst mal begreifen, schnackeln, wollte ich grad sagen, dann ist, dann geht der Rest viel einfacher. Dann begreifen die auch, dass HTML nicht zum Gestalten ist, sondern dass wir erst mal den Inhalt strukturiert. Das sind dann Kapitel zwei und drei, so 'ne Mini-Einführung in HTML, wenn man so will.

    Wobei vieles weggelassen wird, wie in dem ganzen Buch, weil es geht darum, eben so 'ne Schneise zu schlagen durch diesen CSS-Dschungel, sodass man da den nicht in die Situation kommt wie so viele, die dann dicke Bücher sich kaufen und irgendwann sehen sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

  57. David

    Also ich kann meinen Eltern vielleicht zeigen, wie, wie sie 'n PC bedienen können, wie sie jetzt, 'n Mac bedienen können. Bei iTunes wird's schon 'n bisschen was schwieriger. CD brennen klappt vielleicht grade noch so fürs Auto, wenn ich denen das dreimal zeige, aber ich hätte jetzt echt Schwierigkeiten, denen HTML beizubringen. Ich glaub, du warst schon oft in der Situation, wo du überlegst: Wie bringst du den Leuten das bei?

    Ich meine, offensichtlich hast du es geschafft, aber, wie gehst du selbst damit um? Oder, oder wie vermittelst du das?

  58. Peter

    Also deine Eltern gehören, glaub ich, nicht zur Zielgruppe. Nee, aber, der springende Punkt, deswegen auch der Titel Little Boxes, das ist, in dem Moment, wo mir irgendwann selbst klar wurde, dass im Grunde genommen alles auf 'ner Webseite rechteckig ist und dass man, wenn man so 'n p-Tag öffnet und den wieder schließt, damit ein Rechteck erstellt. Also ein Kästchen.

    Und dass CSS dazu da ist, dass diese Rechtecke letztendlich gestaltet werden, dass die aber mit HTML auch sauber gebaut werden müssen. Also gutes Handwerk, sprich heute nennt man das standardkonform. Das ist ein und das habe ich die ersten Male dann als Bild weiter ausgearbeitet und hab dann wirklich aufgemalt, wie so 'ne Webseite in Rechtecken aussieht. Und das war dingdong, machte das bei den Leuten und die haben das sofort begriffen.

    Beim ersten Mal kam ich mir ziemlich albern vor dabei, aber wenn du dann siehst, wie das fruchtet, dann habe ich das ein bisschen weiter ausgebaut, sodass man dann wirklich auch quasi die Verschachtelung dieser Kästchen nachbaut und schon ist eine Grundstruktur einer Webseite recht einfach. Wir haben 'n Header-Bereich, da steht 'n Logo, die sagt dem Surfer: „Wo bin ich?" Und wir haben einen Navigationsbereich, die gibt dem Orientierung.

    Wir haben einen Inhaltsbereich und wir haben vielleicht noch einen Fußbereich unten drunter, wo irgendwie konstante Informationen stehen.

  59. David

    Also das-

  60. Peter

    Und schon haben wir 'ne grundlegende Webseite da eigentlich.

  61. David

    Das Wort des Jahres war ja Podcasting. Betrifft auch Technikwitz, Podcast. Das Unwort in meinen Augen ist Web 2.0. Also nicht nur, dass ich's gar nicht hören kann. Wie stehst du dazu? Ich meine, grundsätzlich, Standardkonformität ist wunderschön, aber das gibt es ja eigentlich schon von Anbeginn. Aber momentan wird es als Mode verkauft, auch mit gerade dieser Interaktivität. Das ist so alles schön und...

    Aber es hat keiner 'n Stecker gezogen und hat jetzt 'n Server ausgetauscht und sagt jetzt: „Okay, ihr seid jetzt im neuen Internet.", wie vermittelst du den Leuten, wenn die nachfragen: „Du, was ist denn jetzt da Ajax und was ist Web 2.0?" Was sagst du denen?

  62. Peter

    Im Grunde genommen, dass das ein Synonym ist für eine Veränderung im Web, die irgendwo da ist. Also ob man nun den Begriff mag oder nicht, ist letztendlich egal. Da gibt's 'n sehr schönen Artikel in der Zeit of all Places von Mario Sixtus, Humanisierung des Netzes oder so ähnlich heißt das Ding. Und der drückt das eigentlich sehr schön aus.

    Hat er natürlich auch andere Leute zitiert, dass im Web eins, wenn man's denn so nennen will, gab es für alle großen Sachen, die es da gab, Entsprechungen im analogen Alltag, sprich Versandhäuser, Versteigerungen und so weiter und so fort. Im Web 2.0 ist es wesentlich schwieriger, den Leuten zu erzählen, was denn das Tolle an Delicious ist. Oder an Flicker.

    Das muss man erleben und das geht auch nicht innerhalb von zwei Minuten, sondern da muss man wirklich sich reinfuchsen und lernen, das zu gebrauchen. Oder RSS zum Beispiel als letztendlich als Hub, der das Ganze zusammenhält, diese Informationsflut und denen die Übersicht leistet. Das ist doch, das erschließt sich nicht so leicht. eBay, das kann jeder begreifen, der irgendwie weiß, wie 'ne Versteigerung geht. Aber Social Bookmarking?

    Na, die meisten Leute setzen nicht mal Bookmarks, geschweige denn Social Bookmarking.

  63. David

    Hast du Angst vor zu viel JavaScript, zu viel Ajax?

  64. Peter

    Also ich bin traditionell kein Programmierer und hatte von daher damals immer so mehr die Sympathien auf der Seite von JavaScript ja nicht zu viel.

    Und einer meiner Heroen von Adaptive Path hier, Jeffrey Veen sitzt da mit drin und Jesse James Garrett als Informationsarchitekt und er ist nun derjenige, der diesen Ajax-Boom so 'n bisschen mit ins Laufen gebracht und ich hab erst gesagt: „Was macht er denn da jetzt?" Also wenn, also ich nutze Google Mail und andere Dinge und find die, die Benutzererfahrung einfach fantastisch. Das ist 'n ganz anderes Gefühl. Das macht einfach viel mehr Spaß als Benutzer.

    Aber dann finde ich sehr schön, dieses unobtrusive JavaScript, wie Jeremy Keith oder andere das vertreten, dass man halt, wenn man das JavaScript weglässt, dass der Kram zumindest noch funktioniert.

  65. David

    Sollte ja auch so sein. Das ist so 'n bisschen meine Angst, wo ich sage: „Jetzt sind wir endlich mal bei der Standardkonformität." „Und jetzt fangen sie schon wieder mit JavaScript an."

  66. Peter

    Und dann kommt JavaScript durch die Hintertür wieder rein und alles ist wieder für 'n Eimer.

  67. David

    Eben.

  68. Peter

    Das ist sicherlich da. Es, es wird so. Aber ich kann aus Benutzersicht, wenn ich reiner Benutzer wäre, wär's mir, glaube ich, völlig egal, weil es ist einfach angenehmer zu bedienen. Aber als jemand, der seit vielen Jahren da in dem ganzen Webbereich tätig ist, sehe ich schon irgendwo so, diese Schichten, die so 'ne Webseite so hat, ne. Wenn man dann eine um drum weglässt, dann muss das immer noch funktionieren. Das ist ja der Grundgedanke bei HTML und CSS.

    Und JavaScript als dritte Kleinsprache im Bunde sollte da auch irgendwie mitspielen. Ob das kommt oder nicht, na, bleibt spannend, ne.

  69. David

    Mach mal kurze Frage, kurze Antwort Spielchen. Warum sauberes XHTML und sauberes CSS?

  70. Peter

    Gutes Handwerk. Ist ganz einfach.

  71. David

    Das war jetzt zu kurz.

  72. Peter

    Nein, das ist einfach. Das ist genau wie, ja, warum achte ich beim Texte schreiben auf Rechtschreibung? Das ist, das gehört einfach zum Handwerk dazu und, ich find das nicht mal 'ne besondere Tugend. Auch so, was jetzt oft in letzter Zeit kommt, dass Kunden dann davon überzeugt werden müssen. Im Grunde genommen müssen die das gar nicht. Man sollte es einfach machen. Das interessiert die gar nicht, ob das standardkonform ist oder nicht.

    Die interessiert einfach, ob die Web 2, die Webseite, die sie geliefert bekommen, ihren Zweck erfüllt. Letztendlich. Und für uns als Umsetzer dieser Ideen ist das einfach Handwerkszeug. Das sollte standardkonform sein. Wenn ein Kunde dann Wünsche äußert, die nun partout überhaupt nicht auf 'ne Website passen, dann sollte man schon überlegen, ob man nicht auch als Teil seiner Arbeit sehen sollte, zumindest ihm das mal zu sagen. Wie und wie deutlich, das kommt nur auf den Kunden an.

  73. David

    Dabei sind die Missionierungen.

  74. Peter

    Ja, ja, es muss nicht in Missionierung ausarten, aber wenn er, was weiß ich, fängt an mit Zeilenumbrüchen, so 'n typischer Kunde in Deutschland: „Können wir nicht an der Zeile 'n Zeilenumbruch machen?" Da sagt man: „Können wir nicht." Dann zeigt man ihm einfach, wie die Schrift 'n bisschen größer wird, wie das auseinanderfällt und das begreifen die auch sehr schnell. Das haben die nur noch nie gemacht. Ansicht Schriftgrad sehr groß. Ne?

    Und wenn man denen dann sagt, dass das ein anderes Medium ist und dass das 'n bisschen eigene Gesetze hat. Viele sind dafür empfänglich. Längst nicht alle. Es gibt auch Leute, die messen anschließend mit 'm Lineal eben den Bildschirm ab und sagen: „Das bezahlen wir nicht. Das war 'n Millimeter zu breit."

  75. David

    Ja. Ja, wahrscheinlich nicht.

  76. Peter

    Na also das ist, da muss man einfach 'n bisschen die Bandbreite sehen, was welchen Spielraum man da hat. Aber letztendlich ist für mich XHTML und CSS oder diese Webstandardgeschichte ist einfach selbstverständlich im Grunde genommen.

  77. David

    Amen. Zweite Frage: Warum Podcasting?

  78. Peter

    Podcasting. Ich mach's ja nun nicht selbst, aber ich find's sehr praktisch. Es ist, für mich schon lange eine Vorstellung, die ich sehr sympathisch finde, dass man sich Webseiten einfach vorlesen lässt. Ne, das heißt also bei Akademie DE zum Beispiel haben die da mal eine Zeit lang mit angefangen. Da gibt's ja immer mal wieder so kleine Vorläufer.

    Das klingt noch alles ein bisschen synthetisch, aber die Idee, mir 'n Artikel rauszusuchen, was weiß ich, bei heise.de oder so was und dann eben auf Vorlesen klicken, während ich mir 'n Kaffee koche, find ich eigentlich sehr sympathisch.

  79. David

    ReadSpeaker ist auch 'n Stichwort, die machen nämlich auch so was.

  80. Peter

    Zum Beispiel, genau.

  81. David

    Warum Fußball?

  82. Peter

    Fußball? Um Gottes Willen, das ist so ein Restüberbleibsel aus der Jugend. Ich hab früher immer selber gespielt, musste dann verletzungsbedingt aufhören mit ungefähr sechzehn.

  83. David

    Warst kurz vor der Profikarriere.

  84. Peter

    Da könnte man heute Mythen spinnen. Nee, nicht wirklich. Ich war viel zu klein und zu schmächtig für den ganzen Laden. In der Schülermannschaft war ich noch richtig gut im Tor. Als es dann auf die großen Tore ging, mussten die eigentlich nur rechts oben in die Ecke schießen. Da hatte ich keine Chance mehr.

    Und, lange Zeit war Fußball völlig weg. Da hab ich nur noch Musik gemacht und 'n bisschen studiert und dann kam irgendwann das Web und in den letzten Jahren ist es wieder ein bisschen mehr geworden. Ne, dann ab und zu mal Sportschau gucken, also aktiv überhaupt nicht mehr, viel zu anstrengend. Und jetzt bei der Weltmeisterschaft, es ist schon faszinierend. Ich hab ja 'n bisschen Außenabstand, ich wohne im Ausland sozusagen und, seh dann hier die schwarz-rot-goldenen Fahnen.

    Das ist einfach, ja, schön zu sehen in gewisser Weise, dass sich dieses Verhältnis zu schwarz-rot-gold ein bisschen entspannt. Das war lange Zeit anders. Also ich bin schon etwas älter und-

  85. David

    Muss ich auch verstehen.

  86. Peter

    -seh das das erste Mal so. Und im Ausland wird das als völlig selbstverständlich gesehen.

  87. David

    Ich hab auch noch, wenn ich, ganz ehrlich bin, also ich hab noch nie so viele deutsche Flaggen gesehen in meinem ganzen Leben.

  88. Peter

    Ich auch nicht. Also als ich das erste Mal wieder hier war, so und dann reingekommen bin in Oldenburg, und dann Autos gesehen hab mit zwei Fahnen drauf, da hab ich gedacht: "Ups, was geht denn hier ab?"

    Aber so insgesamt, ich hab jetzt letzte Woche hier in Hannover ein Spiel geguckt auf so 'nem öffentlichen Platz, also nicht ganz so groß, hier nicht, wie heißt es hier, Waterloostraße oder nicht, sondern irgendwie beim

  89. David

    Public-View-Platz da.

  90. Peter

    Genau und das war, das war echt-

  91. David

    Da gegenüber ist die Hochschule Gestaltung gegenüber. Ja, ja.

  92. Peter

    Ja, das war superspannend da. Also das zu gucken einfach.

  93. David

    Der Anpfiff war vor sieben Minuten. Ich glaub, wir gehen mal rüber.

  94. Peter

    Ja, gucken wir mal.

  95. David

    Ich danke dir herzlich fürs Interview. Willst du den Technikbesitzern noch was auf den Weg geben?

  96. Peter

    Ja, viel Spaß beim Hören, ne. Und wir werden sehen, wenn Deutschland gegen Holland spielt. Mal sehen, für wen ich dann bin.

  97. David

    Peter, ich dank dir fürs Hiersein. Für euch gibt's jetzt noch einen kleinen, Tipp. Wir haben letzte Woche gespielt Summertime und, da hört ihr jetzt mal selbst rein, was uns der Songwriter zu sagen hat. Der hat nämlich 'n Gig in New York.

  98. Einspieler

    Au! What's happening everybody? This is Brother Love. Coming to you live from New York City. Check it out. Got a show coming up next week, Tuesday, June twenty seventh at Arlene's Grocery, my home away from home. Ninety five, Stem Street between Orchard and Ludlow on the lower east side of New York City. Showtime is nine pm. Tell everybody you know to come on down and celebrate the summer with Brother Love. I want to thank you all so much for playing Summertime all summer long. Keep it rocking.

    Check out my website, brotherloverocks.com. You can go to CD Baby or iTunes and purchase my album of the year. We're in the studio, we're recording new tracks and they're gonna be coming to you straight up real soon. Happy summer everybody. Let's take it out now. Come on! Because you are as hot as hell. You know that you are beautiful heaven. Don't you know that you are summertime? You're all that I need.

Im Technikwürze-Studio ist Peter Müller, Autor des Buches little boxes, er steht David Maciejewski vor dem Fussballspiel Frage und Antwort.

Opera 9 erschienen

Opera 9 ist erschienen und für die meisten User von Windows, MacOS und Linux erhältlich. Bereits bei der Installation kann man zwischen über 30 Sprachen wählen. Der Browser verfügt in seiner neuen Version über viele integrierte Spielereien: BitTorrent-Downloader, Widgets, Sprachunterstützung, personalisierte Einstellungen für einzelne Webseiten oder ein Content-Blocker sind nur einige der Neuerungen. Hinzu kommt eine verbesserte Standardkompatibilität, die alle momentan benutzten Standards wie CSS 2.1, XHTML 1.1, DOM 2 und SVG 1.1 basic unterstützt. Des Weiteren wurden die eingesetzten Sicherheitstechnologien verbessert. Die neu Version ist somit schnell, sicher und eine echte Konkurrenz zum Mozilla Firefox.

Mehr Informationen und Downloads erhaltet ihr auf der Opera-Website: opera.com

@media 2006

Vom 15. bis zum 16. Juni fand in London die media-Konferenz statt. Diemedia wird als Europas führende Webdesign-Konferenz bezeichnet und hatte auch in diesem Jahr wieder viele Redner zu aktuellen Themen der Webentwicklung eingeladen. So wurde über JavaScript, Microformats oder Mobiles Web gesprochen.
In den nächsten Wochen werden viele der Präsentationen als Podcasts oder Folien auf der @media-Webseite verfügbar sein. Für die Zwischenzeit empfehlen sich die Berichte der Besucher der Konferenz. Einen Überblick findet ihr im Beitrag auf der Technikwürze-Blog.

Deutsche Berichte:

Folien und Präsentationen:

  • Jon Hicks hat zusammen mit Veerle Pieters und Cameron Moll "Good Design vs Great Design präsentiert und stellt das Material online zur Verfügung: http://www.hicksdesign.co.uk/journal/good-design-vs-great-design
  • Andy Budd stellt seine Präsentations-Notizen unter www.andybudd.com/atmedia2006 1 zur Verfügung.
  • Jeffrey Veen sprach zum Thema "Designing the Next Generation of Web Apps" http://www.veen.com/nextgen.pdf (PDF) 1
  • Dan Celderholm "Bulletproof Web Design" http://www.simplebits.com/notebook/2006/06/18/londone.html 1
  • All that Malarkay "Transcending CSS: The Fine Art Of Web Design: http://www.stuffandnonsense.co.uk/archives/done_nd_dusted.html 1

Englisch-sprachige Beiträge:

  • Web Access Centre Blog (beta) www.rnib.org.uk/wacblog/category/conferences/media2006/ 1
  • The Adventures of Cindyli.com http://www.cindyli.com/index.php/site/archives/ 1 "

Probelesen im Aufwärtstrend

Immer mehr Verlage erkennen die Wichtigkeit des Probelesens. Immer mehr Käufer erwerben Bücher in Internetshops. Ein kurzes Probelesen im Buchhandel ist so nicht möglich. Umso wichtiger werden Probekapitel, die vom Verlag online zum Download bereitsgestellt werden. Ältere Auflagen sind teilweise komplett als kostenloser Download im HTML- oder PDF-Format erhältlich.

Zwei Bücher von Galileo Computing erscheinen in diesen Tagen als aktualisierte Auflagen und wie gewohnt kann man sich das Inhaltsverzeichnis sowie ausgewählte Kapitel im Internet bereits vor dem Kauf durchlesen. Die beiden angesprochenen Bücher sind "Web Content Management mit PHP 5 und MySQL 5" von Michäl Schröer und "Typo3 4.0 von Kai Laborenz, Andrea Ertel, Thomas Wendt, Prakash Dussoye und Elmar Hinz.

Die Probekapitel erhaltet ihr im PDF-Format auf den Webseiten des Galileo Computing Verlages

Web Content Management mit PHP5 und MySQL5: www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-1208
Leseprobe: Leseprobe: Web Content Management mit PHP 5 und MySQL 5 (0.54 MB) 1
In dieser Leseprobe finden Sie neben dem Vorwort ausgewählte Abschnitte aus Kapitel 1, Bausteine eines Content-Management-Systems, Kapitel 3, Aufbau einer Administration und Kapitel 7, Die Artikelverwaltung. Zudem enthält dieser Auszug das Inhaltsverzeichnis und den kompletten Index des Buches.

Typo3 4.0 – Das Handbuch für Einsteiger: www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-1230
Leseprobe: "Leseprobe: TYPO3 4.0 (1.18 MB)":href="http://www.galileocomputing.de/download/dateien/1063/galileocomputing_typo3_4_0.pdf
In dieser Leseprobe finden Sie neben dem Vorwort und dem kompletten Index ausgewählte Abschnitte aus den Kapiteln 6 bis 8 und Kapitel 12.

Fußnoten

  1. Link entfernt, da nicht mehr erreichbar ↩ a ↩ b ↩ c ↩ d ↩ e ↩ f ↩ g

Erwähnungen 3

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