Technikwürze

Wer suchet, der findet!

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Transkript der Folge

  1. David

    Kinder reden vom Osterhasen. Models auf Model schauen vom Weltfrieden. Möchtegern-Designer vom Tabellenlayout und wir in der Technikwürze reden heute über den Buchautor Peter Hepp. Herzlich willkommen zur Technikwürze Nummer siebenundsechzig, zur Sonderausgabe zu Ostern. Heute ist der 9. April 2007 und mein Name ist David Macievski.

    Herzlich willkommen zu Technikwürze, dem Design- und Webstandards-Podcast. Für euch am Mikrofon, David Macievski. Ja, eigentlich machen wir uns Gedanken über XHTML, CSS im täglichen Bedarf und wir reden über PHP und um unsere Webseiten und wir alle wollen ja barrierefreie beziehungsweise zugängliche Webseiten machen. Aber kaum einer von uns befasst sich wirklich mit den Menschen, die unsere Webseite nutzen sollen. Nicht nur die Kunden, die uns bezahlen, sondern auch die behinderten Menschen.

    Einen davon, von denen spreche ich heute, und zwar Peter Hepp. Er hat ein Buch geschrieben, er ist blind und taub. Sein Buch hat mich wirklich bewegt und das ist schon ziemlich lange her, dass ich es gelesen hatte, nämlich im Jahre 2005. Damals wurde ich aufmerksam, auf Peter Hepp durch, eine Stern-TV-Sendung. Da kam er später noch, bei Kerner im ZDF und, es wurde sehr viel über ihn berichtet, weil das, was er in seinem Buch geschrieben hat, ist wirklich bemerkenswert.

    Heute gibt es also keinen Technikwürze Standardallerlei in Sachen XHTML und CSS, sondern Peter Hepp. Als Peter Hepp geboren wird, ahnen seine Eltern nicht, dass ihr Kind taub ist. Die Diagnose gehörlos, die drei Jahre später folgte, ist ein schwerer Schlag. Doch Peter findet im Internat für gehörgeschädigte Kinder eine neue Heimat und die Gebärdensprache wird seine Muttersprache. Als Erwachsener muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass er langsam erblindet.

    Peter hadert mit dem Schicksal, aber er gibt sich nicht auf. Eines Tages erkennt er, dass er als Seelsorger anderen seh- und hörgeschädigten Menschen helfen kann. Er findet seinen inneren Frieden und die Liebe seines Lebens. Peter Hepps Lebensweg macht Mut und gewährt Einblick in eine Welt, die faszinierend und fremd ist zugleich. Peter Hepp ist von Geburt an taub und der einzige Gehörlose in seiner Familie.

    Er ist bereits über drei Jahre alt, als ein Arzt zufällig entdeckt, dass mit seinem Hörvermögen etwas nicht stimmt. Erst mit fünf bekommt er von seinem Privatlehrer Artikulationsunterricht. In der Schule dann, einem Internat für Hörgeschädigte, genießt er es, unter Schicksalsgenossen zu sein. Durch sie lernt er die Gebärdensprache, die von da an seine Muttersprache wird. Doch das Leben hält noch eine weitere große Herausforderung für ihn bereit.

    Sein Sehvermögen beginnt sich zunehmend zu verschlechtern. Wie viele Gehörlose macht er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser, aber sein Herz schlägt nicht für die Technik. Er engagiert sich sozial, findet zum Glauben und arbeitet als Betreuer für blinde und gehörlose Menschen. Als ihm Ende zwanzig klar ist, dass er erblinden wird, gerät er in eine tiefe Lebenskrise. Nur durch die Unterstützung seiner Freunde und die Liebe zu Margarita, seiner späteren Frau, kann er wieder neuen Mut fassen.

    2003 wird er zum ersten taubblinden Diakon Deutschlands geweiht. Seine Predigten hält er in Gebärdensprache. Er organisiert Freizeiten, schreibt Beiträge für Fachzeitschriften und hält Vorträge und Seminare. Peter Hepp, 1961 geboren, ist der erste taubblinde Diakon Deutschlands und seit 2003 Seelsorger für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er ist glücklich verheiratet und seit 2004 Vater eines Sohnes.

    Das Buch Peter Hepp, Die Welt in meinen Händen, Ein Leben ohne Hören und Sehen, ist im List Verlag Berlin erschienen. ISBN 978 3471 79534 7. Nützliche Informationen zu Peter Hepp, den Link zu Amazon auf Technikwürze.de. Wir machen uns viel zu viel Gedanken über uns selbst. Es folgt Ambush mit Deserted. Nächste Woche gibt's wieder eine reguläre Ausgabe von Technikwürze. Bis dahin.

!/images/blog/peterhepp.jpg(Peter Hepp)!

Das ergreifende Schicksal des taubblinden Seelsorgers Peter Hepp - dem es auf beeindruckende Weise gelungen ist, sein Leben zu meistern. Als Peter Hepp geboren wird, ahnen seine Eltern nicht, daß ihr Kind taub ist. Der scheinbar kerngesunde Junge entwickelt sich von Anfang an prächtig, nur mit dem Sprechen läßt er sich Zeit. Zufällig entdeckt ein Arzt, daß mit dem Hörvermögen des Dreijährigen etwas nicht stimmt. Für die Eltern ist die Diagnose ein schwerer Schlag. Schon bald darauf bekommt Peter von einem Privatlehrer Artikulationsunterricht. In der Schule dann, einem Internat für Hörgeschädigte, genießt er es, unter >Schicksalsgenossen< zu sein. Durch sie lernt er die Gebärdensprache, die von da an seine Muttersprache wird. Doch das Leben hält noch eine weitere große Herausforderung für ihn bereit. Sein Sehvermögen beginnt sich zunehmend zu verschlechtern. Wie viele Gehörlose erlernt er einen Metallberuf. Aber sein Herz schlägt nicht für die Technik. Er findet zum Glauben, arbeitet als Betreuer für blinde und gehörlose Menschen und engagiert sich sozial. Als ihm mit Mitte Zwanzig klar ist, daß er erblinden wird, gerät er in eine tiefe Lebenskrise. Nur durch die große Unterstützung seiner Freunde und die Liebe zu Margherita, seiner späteren Frau, kann er wieder neuen Mut fassen. 2003 wird er zum ersten taubblinden Diakon Deutschlands geweiht. Seine Predigten hält er in Gebärdensprache, er organisiert Freizeiten, schreibt Beiträge für Fachzeitschriften und hält Vorträge und Seminare. Sein Lebensweg macht Mut und gewährt Einblick in eine Welt, die zugleich fremd und faszinierend ist.

Fußnoten

  1. Link entfernt, da nicht mehr erreichbar ↩ a ↩ b

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